• Die Freie Waldorfschule in Heidelberg

    Herzlich Willkommen

    Die Freie Waldorfschule in Heidelberg

    Wir sind Schule – und viel mehr als das! Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen Einblick geben in einen Lebensraum, in dem Lernen und Entwicklung mit allen Sinnen möglich ist.

  • Die Kindertagesstätte an der Freien Waldorfschule Heidelberg

    Kindertagesstätte

    an der Freien Waldorfschule Heidelberg

    Die Kindertagesstätte ist ein Lebensraum für Kinder von zwölf Monaten bis Schuleintritt. Die Einrichtung arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Durch die Zusammenarbeit mit der Waldorfschule ergibt sich ein Gesamtbildungskonzept bis zum Schulabschluss.

  • Im Mittelpunkt der Mensch

    Im Mittelpunkt der Mensch

    Die Schulform

    Die Freie Waldorfschule Heidelberg ist eine teilgebundene Ganztagsschule mit integrierter Grund-, Haupt-, Realschul- und Gymnasialstufe in freier ­Trägerschaft mit staatlicher Anerkennung besonderer ­pädagogischer Prägung.

  • Der Arche-Hof

    Der Arche-Hof

    unser Schul-Bauernhof

    Der Arche-Hof ist in das pädagogische Konzept der Schule eingebunden und wird unter Anleitung der Gartenbaulehrer zusammen mit den Schülern, den Mitgliedern des Arche-Hof-Kreises und vielen helfenden Händen aus ­Elternschaft und Freundeskreis betreut.

  • Fakten

    Fakten

    über unsere Schule

    Unsere Schule wurde 1982 gegründet und hat heute 470 Schüler und Schülerinnen. Sie ist eine von 59 Schulen in Baden-Württemberg, deutschlandweit gibt es 252 Waldorfschulen, weltweit 1.187 (Stand Februar 2020)

Logo der Freien Waldorfschule Heidelberg

Die Schule

Seit bald 40 Jahren gibt es die Freie Waldorfschule Heidelberg - eine teilgebundene Ganztagsschule in freier ­Trägerschaft mit staatlicher Anerkennung. Unsere Schule lebt nach den Prinzipien der Waldorfpädagogik und steht allen Kindern und Jugendlichen offen, unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit, sozialer Herkunft und Finanzkraft der Eltern.

Sie achtet die kulturellen Hintergründe der Schüler, erzieht zu weltanschaulicher sowie religiöser Offenheit und veranlagt verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Natur und Gesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler können bei uns den Haupt- und Realschulabschluss, die Fachhochschulreife und mit der 13. Klasse das Abitur erwerben.

Logo der Kindertagesstätte an der Freien Waldorfschule Heidelberg

Die Kindertagesstätte

Der Rhythmus im Tagesablauf, die Pflege guter Gewohnheiten, die Entdeckung und Eroberung der Welt durch die Nachahmung des Vorbildes der Erwachsenen um das Kind herum – dies sind Grundlagen der Pädagogik im einem Waldorfkindergarten.

Unsere Kindertagesstätte ist ein Lebensraum für Kinder von zwölf Monaten bis zum Schuleintritt. In zwei Kleinkindgruppen (Wiegestube) und 4 Kindergartengruppen werden in einer kindgerechten Umgebung die Kinder betreut.

Logo der Betreuung an der Freien Waldorfschule Heidelberg

Die Betreuung

Wir bieten Betreuung in 5 verschiedenen Gruppen nach Schulende bis 17:00 Uhr an, zum Teil auch mit Ferienbetreuung. Unser Kursprogramm (Tierpflege, Filzen, Schmieden u.v.m.) rundet das Nachmittagsprogramm ab.

Logo des Arche-Hofs an der Freien Waldorfschule Heidelberg

Der Schulbauernhof

Eine Besonderheit an unserer Schule ist der Arche-Hof – ein Schulbauernhof mit vielen Tieren. Durch die Versorgung der Tiere ab der 1. Klasse und durch das Fach Gartenbau ab der 5. Klasse ist der Arche-Hof tief mit dem Schulleben verbunden. Frisch geerntetes Obst und Gemüse wird auch in unserer Schulküche verwendet.

Nächste Veranstaltung

Elternnachmittag in der Betreuung
Datum Mittwoch, 30. September 2020, 14:00 - 17:00
STO (Schulträgerorgan-Treffen)
Donnerstag, 01. Oktober 2020, 19:00

Elternabende

Elternabend Klasse 3
Montag, 28.09.2020, 20:00

Klassenlehrer Herr Koch

Elternabend Klasse 5
Dienstag, 29.09.2020, 20:00

Klassenlehrer Herr Diener

Elternabend Klasse 8a
Dienstag, 29.09.2020, 20:00

Klassenlehrerin Frau Weimar

Elternabend Klasse 8b
Mittwoch, 30.09.2020, 19:30

Klassenlehrer Herr Scheibel

Elternabend Klasse 1
Montag, 05.10.2020, 20:00

Klassenlehrerin Frau Arnold

Luftaufnahme der Freien Waldorfschule Heidelberg sowie der Kindertagesstätte

Der Mensch im Mittelpunkt

Worin unterscheiden sich Waldorfschulen von anderen Schulen?

Waldorfschulen wollen gleichermaßen intellektuelle, kreative, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten bei den Kindern und Jugendlichen entwickeln. Vom ersten Schuljahr an lernen Waldorfschüler zwei Fremdsprachen. Jungen und Mädchen stricken, nähen und schneidern gemeinsam in der Handarbeit und sägen, hämmern und feilen zusammen im Werkunterricht. In jeder achten und zwölften Klasse studieren sie ein anspruchsvolles Theaterstück ein und setzen sich in einer großen Jahresarbeit mit einem Thema ihrer Wahl in Theorie und Praxis auseinander. Die Fächer Gartenbau und Eurythmie sind feste Bestandteile des Lehrplans.

Wachsen und Großwerden in einer Gemeinschaft

Unsere Kinder können auf unserem Gelände erwachsen werden – vom Kindergarten bis zum Abitur. Waldorfschüler*innen lernen von der ersten Klasse bis zum selbstgewählten Schulabschluss in einer stabilen Klassengemeinschaft, ohne Sitzenbleiben.

Russisch als Fremdsprache

Wie die englische Sprache so wird auch Russisch bei uns ab der ersten Klasse unterrichtet. Zunächst nur mündlich und spielerisch mit vielen Versen, Kinderreimen, Liedern, Spielen und Theaterszenen, bevor dann ab Mitte der 3. Klasse die Schrift eingeführt wird. Die Klangfülle der russischen Sprache spricht die Kinder unmittelbar an. Dieser frühe Einstieg fördert die emotionale Entwicklung, da die Kinder sich noch sehr innig der Sprache hingeben können.

Die Basalstufe

Stabile, verlässliche Beziehungen und ein überschaubarer, rhythmischer ­Tagesablauf sind für die Kindesentwicklung und das Lernen genauso wichtig wie ausreichende Bewegungsangebote. Da diese wesentlichen Rahmenbedingungen für immer mehr Kinder nicht mehr in ausreichendem Maße ­gegeben sind, veränderten wir vor ­einigen Jahren unser Konzept für die ersten Schuljahre.

Kunst- und Werkunterricht

Der Kunst- und Werkunterricht hat in der Waldorfschule einen besonderen StellenwertIm praktischen Tun kann der Schüler / die Schülerin die schöpferischen Kräfte im Gestalten des Materials und im Umgang mit der Farbe erleben. Das künstlerische Tun begleitet seine ganzheitliche Entwicklung.

Gartenbau und Arche-Hof

Eine Besonderheit an unserer Schule ist der Arche-Hof – ein Schulbauernhof mit vielen Tieren. Durch die Versorgung der Tiere ab der 1. Klasse und durch das Fach Gartenbau ab der 5. Klasse ist der Arche-Hof tief mit dem Schulleben verbunden. Kinder brauchen eine elementare Grundausstattung, um sich seelisch mit der Welt zu verbinden und dadurch später mit Kraft, Mut und Liebe die Welt und ihr Leben gestalten zu können. Durch praktische Arbeit in der Versorgung der Tiere und im Gartenbau-Unterricht erfahren unsere Schüler*innen ab der ersten Klasse Pflanzenwelt und Tierreich.

Eurythmie-Unterricht

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die Sprache und Musik sichtbar machen will. So werden Elemente der Sprache wie Laute, Wörter, Sätze, Rhythmus, Stimmung, Stil etc. erlauscht und in entsprechenden Gesten und Bewegungen ausgedrückt. Die Eurythmie soll den Kindern helfen, sich in ihrem Körper zu Hause fühlen zu lernen, ihn als Instrument des eigenen Innern zu ergreifen und Denken, Erleben und Handeln (Bewegen) zusammenklingen zu lassen.

21 Fragen an die Waldorfschule

Frage 1: Welche Kinder werden an einer Waldorfschule aufgenommen?

Waldorfschulen stehen grundsätzlich allen Kindern offen – unabhängig von Religion, ethnischer Herkunft, Weltanschauung und Einkommen der Eltern. Nach ausführlichen Informationselternabenden findet für jedes Kind ein individuelles Aufnahmegespräch an der Schule statt. Auch in höhere Klassen können Schüler*innen als Quereinsteiger*innen aufgenommen werden.

Frage 2: Worin unterscheiden sich Waldorfschulen überhaupt von anderen Schulen?

Waldorfschulen wollen gleichermaßen intellektuelle, kreative, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten bei den Kindern und Jugendlichen entwickeln. Vom ersten Schuljahr an lernen Waldorfschüler*innen zwei Fremdsprachen. Jungen und Mädchen stricken, nähen und schneidern gemeinsam in der Handarbeit und sägen, hämmern und feilen zusammen im Werkunterricht. In jeder achten und zwölften Klasse studieren sie ein anspruchsvolles Theaterstück ein und setzen sich in einer großen Jahresarbeit mit einem Thema ihrer Wahl in Theorie und Praxis auseinander. Die Fächer Gartenbau und Eurythmie sind feste Bestandteile des Lehrplans.

Frage 3: Wer war Rudolf Steiner und was hat er mit der Waldorfpädagogik zu tun?

Rudolf Steiner ist der Begründer der Waldorfpädagogik. Emil Molt, Besitzer der damaligen Waldorf Astoria Zigarettenfabrik, gründete mit ihm zusammen die erste Waldorfschule in Stuttgart. Inhalt und Methode der Waldorfpädagogik beruhen auf Rudolf Steiners Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Neben der Pädagogik fanden Rudolf Steiners geisteswissenschaftliche Forschungen auch Eingang in die biologischdynamische Landwirtschaft, die Anthroposophische Medizin und die Kunst.

Frage 4: Muss ein Kind künstlerisch begabt sein, damit es für die Waldorfschule geeignet ist?

Nein, die Waldorfschule ist eine Schule für alle Begabungsrichtungen. Die neuere Hirnforschung hat aber eindrucksvoll belegt, dass Kinder und Jugendliche durch künstlerisches Üben viele Kompetenzen erwerben, die weit über die unmittelbare Tätigkeit hinausreichen. Wenn Waldorfschüler*innen malen, zeichnen, plastizieren oder musizieren, geht es daher vor allem um die Schulung differenzierter Wahrnehmungen und die Entfaltung ihres schöpferischen Potenzials; die Begabungen der einzelnen Schüler*innen werden dabei natürlich berücksichtigt. Waldorflehrer*innen sind bestrebt, den Verstand, die Kreativität und die eigenständige Persönlichkeit ihrer Schüler*innen gleichgewichtig zu entwickeln.

Frage 5: Ist es nicht so, dass hauptsächlich Kinder mit Lernschwierigkeiten auf eine Waldorfschule gehen?

Nein. Ausdrücklich nein. An Waldorfschulen lernen Kinder aller Begabungsrichtungen wie an den staatlichen Regelschulen auch, nur dass hier neben intellektuellen Fähigkeiten gleichgewichtig auch soziale und handwerklich-künstlerische Fähigkeiten gefordert und gefördert werden. Die individuelle Förderung von Kindern mit besonderem Assistenzbedarf ist eine wichtige Säule der Waldorfpädagogik, die entweder in Schulen mit einem inklusiven Konzept oder in heilpädagogischen Förderschulen umgesetzt wird.

Frage 6: Stimmt es, dass es an Waldorfschulen keine Noten und kein Sitzenbleiben gibt?

Auch wenn Waldorfschulen in der Unter- und Mittelstufe auf Noten verzichten, werden die Schülerarbeiten selbstverständlich gewürdigt. An Stelle der Noten stehen individuelle Beurteilungen, in denen die Lehrer gleichermaßen auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Lernfortschritte ihrer Schüler eingehen. Es zählt also nicht allein der Wissensstand, sondern die Gesamtentwicklung in einem bestimmten Zeitraum. Waldorfschüler lernen von der ersten bis zur zwölften Klasse in einer stabilen Klassengemeinschaft, unabhängig vom angestrebten Schulabschluss: Niemand wird unterwegs sitzen gelassen.

Mehr dazu auch in diesem Radiointerview mit Henning Kullak-Ublick.

Frage 7: Ohne Noten und ohne Sitzenbleiben: sind die Kinder dann überhaupt zum Lernen motiviert?

Da der Waldorfunterricht sehr handlungsorientiert und auf die jeweilige Entwicklungsphase der Schüler abgestimmt ist, stellt sich dieses Problem nur selten. Eigeninitiative entwickeln die Kinder und Jugendlichen nicht aufgrund von äußerem Leistungsdruck, sondern aus lebendigem Interesse und persönlicher Begeisterung für die vielfältigen Unterrichtsinhalte. Diese gestaltet der Lehrer kreativ und lebensnah, so dass sie sich an der persönlichen Erfahrungswelt der Kinder orientieren und ihnen eigene Erlebnisse vermitteln. Waldorflehrer bereiten sich auf diese anspruchsvolle pädagogische Tätigkeit an eigenen Seminaren und Hochschulen vor.

Frage 8: Ist Waldorfpädagogik nicht so etwas wie das Vorgaukeln einer heilen Welt? Kommen die Schüler später mit der „harten Realität“ zurecht?

Die Praxis zeigt, dass gerade Waldorfschüler von Ausbildern besonders geschätzt werden. In einer Schule, die nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten anspricht, entwickeln sich Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, prozessual zu denken, vom ersten Schultag an. Umfangreiche Absolventenstudien zeigen, dass Waldorfschüler in allen Studien- und Berufsfeldern sehr erfolgreich studieren und arbeiten.

Frage 9: Welche Abschlüsse können an einer Waldorfschule gemacht werden?

Alle. Da die einzelnen Bundesländer jeweils eigene Schulgesetze haben, gibt es zwar Unterschiede, aber grundsätzlich gilt, dass an einer Waldorfschule die üblichen staatlichen Abschlüsse erworben werden können: Haupt und Realschulabschluss ebenso wie das Abitur und meistens auch die Fachhochschulreife. Am Ende des zwölften Schuljahres (an einigen Schulen am Ende der elften Klasse) bieten zahlreiche Waldorfschulen einen eigenen Waldorfschulabschluss an, der ihren Schülern Gelegenheit gibt, neben den Prüfungsfächern der staatlichen Abschlüsse ihre individuell erworbenen Kompetenzen zu präsentieren. Das dreizehnte Schuljahr dient in der Regel der gezielten Vorbereitung auf das Abitur.

Frage 10: Ist die Waldorfschule eigentlich teuer?

Es ist ein Prinzip der Waldorfschule, kein Kind aus finanziellen Gründen abzulehnen. Da aber die Zuschüsse an freie Schulen in allen Bundesländern niedriger sind als jene, die staatliche Schulen erhalten, müssen Waldorfschulen Schulgelder von den Eltern verlangen –obwohl sie erwiesenermaßen besser wirtschaften als Schulen in öffentlicher Trägerschaft. Um dennoch allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, bilden die Lehrer und Eltern Solidargemeinschaften, die zwar an jeder Schule etwas anders ausgestaltet sind, sich aber immer darum bemühen, die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Familien auszugleichen.

Frage 11: Die Waldorfschulen nennen sich „freie Schulen“. Heißt das, dass die Kinder dort antiautoritär erzogen werden?

Der Begriff „freie Schulen“ bedeutet nicht, dass es keine Regeln gibt, sondern dass diese Schulen eine weitgehende pädagogische Autonomie haben. Waldorflehrerinnen und -lehrer bauen in der Unterstufe ein von „liebevoller Autorität“ geprägtes Verhältnis zu ihren Schülern auf. Kinder suchen ihre Grenzen. Nur wenn sie Grenzen von den Erwachsenen erfahren, fühlen sie sich einerseits sicher und erleben sich andererseits als eigene Persönlichkeit. Im Laufe der Schulzeit wandelt sich das Lehrer Schüler Verhältnis immer mehr zu einer umfassenden Lernpartnerschaft.

Frage 12: Warum haben die Kinder in den ersten acht Schuljahren nach Möglichkeit ein und denselben Klassenlehrer?

Inzwischen ist wissenschaftlich gut erforscht, dass eine vertrauensvolle Beziehung die wichtigste Basis für das Lernen ist. So können Kinder sich in einer Gemeinschaft, die von Beständigkeit und Rhythmus geprägt ist, gut und gesund entfalten. Um ihnen darin eine verlässliche Stütze zu sein, begleitet ein Waldorf Klassenlehrer „seine“ Klasse nach Möglichkeit sechs bis acht Jahre lang und unterrichtet jeden Morgen mindestens die ersten beiden Stunden eines Schulvormittags. In wechselnden „Epochen“ bringt er den Schülern jeweils über mehrere Wochen den Stoff unterschiedlicher Themengebieten nahe. Dabei lernt er seine Schüler sehr gut kennen und kann individuell auf ihre Stärken und Schwächen eingehen.

Frage 13: Was ist unter „Epochenunterricht“ zu verstehen?

Während der ersten beiden Stunden eines Schulvormittags arbeiten die Schüler über mehrere Wochen intensiv an jeweils einem Fachgebiet. So haben die Schüler zum Beispiel drei Wochen lang jeden Morgen zwei Stunden Mathematik, Geografie, Deutsch, Geschichte oder ein anderes Hauptfach. Nach einigen Wochen wechselt der Inhalt der Epoche zu einem anderen Thema, sodass die Schüler sich intensiv damit verbinden. Grundfertigkeiten wie Rechnen oder Schreiben festigen die Schüler über den Epochenunterricht hinaus in fortlaufenden Übstunden. Im Anschluss an den Epochenunterricht übernehmen Fachlehrer den Unterricht in Sport, Fremdsprachen, Eurythmie, Religion, Musik und in den handwerklichkünstlerischen Fächern.

Frage 14: Kann ein Lehrer in allen Fächern überhaupt qualifiziert sein?

Klassenlehrer decken an einer Waldorfschule tatsächlich ein großes Spektrum an Fächern ab. In besonderen Ausbildungswegen, die sie in einem Vollstudium oder postgraduiert im Anschluss an eine wissenschaftliche Ausbildung an einem der Seminare im Bund der Freien Waldorfschulen oder an einer Hochschule mit Waldorfqualifikation durchlaufen, werden sie gezielt darauf vorbereitet. Für Klassen, Fach und Oberstufenlehrer gilt gleichermaßen, dass ihre Ausbildung mindestens gleichwertig zur staatlichen Ausbildung sein muss. In der Unter und Mittelstufe liegt der Schwerpunkt allen Lernens nicht nur auf der Vermittlung reinen Fachwissens, sondern es geht auch darum, den Schülern eine lebendige, erfahrungsgesättigte Beziehung zu den Lerninhalten zu ermöglichen. So kann Lernen Freude machen – ein Leben lang.

Frage 15: Wie werden die Jugendlichen in der Oberstufe auf die Berufswelt vorbereitet?

In der Oberstufe unterrichten in allen Fächern akademisch beziehungsweise handwerklich ausgebildete Lehrer die Jugendlichen. Die praktischen Fähigkeiten, die die Schüler sich über die gesamte Schulzeit hinweg angeeignet haben, finden von der achten Klasse an Ergänzung durch diverse Praktika: In einem Landwirtschafts- und einem Forstpraktikum, einem Feldmess-, einem Betriebs- und einem Sozialpraktikum erhalten die Schüler eine ausgesprochen lebensnahe Ausbildungsgrundlage. Dabei liegt der eigentliche Sinn der Praktika nicht in der Berufsfindung, sondern vor allem im Erüben wichtiger sozialer Fähigkeiten.

Frage 16: Kommt die Vorbereitung auf die Abschlüsse nicht zu kurz, wenn so viele Praktika stattfinden, Theater gespielt und handwerklich gearbeitet wird?

Es ist richtig, dass diese Aktivitäten zusammen mit dem Lernpensum in manchen Schuljahren eine Doppelbelastung für die Schüler bedeuten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Prüfungsleistungen hierunter nicht leiden. Denn die durchschnittlichen Abschlussnoten der Waldorfschüler liegen mindestens auf dem gleichen Niveau wie bei Schülern von staatlichen Schulen.

Frage 17: Werden die Kinder an der Waldorfschule weltanschaulich unterrichtet?

Die von Rudolf Steiner entwickelte Anthroposophie ist eine Erkenntnishilfe für die Lehrer, zu keinem Zeitpunkt aber ist sie Gegenstand des Unterrichts. Da die Waldorfschule eine überkonfessionelle Schule ist, entscheiden zunächst die Eltern, welchen Religionsunterricht ihr Kind besuchen soll. Später entscheiden die Jugendlichen das dann selbst.

Frage 18: Was hat es mit dem Fach Eurythmie auf sich?

Eurythmie (wörtlich: guter, auch schöner Rhythmus) ist eine Bewegungskunst, die an Waldorfschulen in allen Klassen unterrichtet wird. Im Unterschied zu gymnastischen, pantomimischen oder tänzerischen Bewegungen, die völlig frei gestaltet werden können, gibt es in der Eurythmie für jeden Sprachlaut und jeden Ton eine ganz bestimmte Gebärde – es handelt sich also um sichtbar gemachte Sprache und Musik. In der Lauteurythmie stellen die Schüler zum Beispiel dar, was in einem Gedicht an Lauten lebt, und in der Toneurythmie, was in den Tonintervallen einer musikalischen Komposition lebt.

Frage 19: Welche Rolle spielen die Naturwissenschaften an der Waldorfschule?

Der naturwissenschaftliche Unterricht stützt sich zwischen dem vierten und achten Schuljahr auf das präzise Beobachten biologischer, physikalischer und chemischer Phänomene und auf das selbstständige Entdecken der jeweiligen Gesetzmäßigkeiten. Vom 9. Schuljahr an treten abstrakte Modellvorstellungen und die Begriffsbildungen der modernen Naturwissenschaften in den Vordergrund, wobei weiterhin ein ergebnisoffener, forschender, auf eigenen Wahrnehmungen und Schlussfolgerungen beruhender Unterricht praktiziert wird. Eine in Österreich durchgeführte PISA-Studie zu den Naturwissenschaften bescheinigt Waldorfschülern weit überdurchschnittliche naturwissenscharftliche Kompetenzen und führte dies ausdrücklich auf die als vorbildlich bezeichneten phänomenologischen Unterrichtsmethoden zurück. 

Frage 20: Welche Rolle spielen digitale Medien an der Waldorfschule?

Medienpädagogik ist fester Bestandteil im Lehrplan der Waldorfschulen. Sie beginnt zunächst als eine "indirekte Medienpädagogik", bei der die jüngeren Kinder die Welt mit allen Sinnen erfahren und sich kreativ und fantasievoll anhand unterschiedlicher Materialien mit ihr auseinandersetzen. Dabei entwickeln sie ihre Urteilsfähigkeit, die eine notwendige Voraussetzung für den selbstständigen Umgang mit digitalen Medien ist. Diese werden nach umfassenden Erfahrungen mit analogen Medien Schritt für Schritt in den Unterricht eingeführt, wobei neben der praktischen Handhabung vor allem ein echtes Verständnis der technologischen Grundlagen und Funktionsweise des Internets wichtig wird, was in der Oberstufe bis zu Reflexion der weltweiten gesellschaftlichen Wirkungen dieser Technologien reicht.

Frage 21: Was ist, wenn meine Familie umzieht?

In Deutschland gibt es fast überall eine Waldorfschule in erreichbarer Nähe – aktuell (April 2018) sind es 245, aber Neugründungen kommen in jedem Jahr dazu. Auf der Homepage des Bundes der Freien Waldorfschulen finden Sie die Schulen in Ihrer Nähe. Jede Waldorfschule wird sich darum bemühen, Waldorfschüler nach einem Umzug aufzunehmen. Ein Wechsel von und zu staatlichen Regelschulen bedeutet zwar eine Umstellung, ist aber möglich und keine Seltenheit. Falls Sie ins Ausland ziehen wollen: Weltweit gibt es – mit deutlich steigender Tendenz – 1.200 Waldorfschulen. Damit sind die Waldorfschulen die größte überkonfessionelle und nicht staatliche pädagogische Bewegung der Welt.

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen

21 Fragen - oder was Sie schon immer über die Waldorfschule wissen wollten

Blickpunkt 7

Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer.

Was bedeutet Waldorfschule? Eine Orientierung

Blickpunkt 1

Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer.

Bund der Freien Waldorfschulen

Weitere Informationen zur Waldorfpädagogik finden Sie auch auf der Webseite des Bundes der Freien Waldorfschulen.

Drohnenflug über die Freie Waldorfschule Heidelberg

Pädagogische Leitlinien

"Nicht moralische Redensarten, nicht vernünftige Belehrungen wirken auf das Kind in der angegebenen Richtung, sondern dasjenige, was die Erwachsenen in seiner Umgebung sichtbar vor seinen Augen tun."

Rudolf Steiner

Waldorfschulen verändern die Welt

1919 wurde die erste Waldorfschule in Stuttgart gegründet – 2019 wird „die Waldorfschule“ 100 Jahre jung! Heute gibt es über 1.100 Waldorf- (oder Waldorf-inspirierte) Schulen und knapp 2.000 Waldorfkindergärten in rund 80 Ländern. Und es werden immer mehr. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, die Waldorfschule zeitgemäß weiterzuentwickeln und ihre globale Dimension stärker ins Bewusstsein zu rücken. Mit vielen Projekten auf allen Kontinenten. Seid gespannt und seid dabei: 100 Jahre sind erst der Anfang.
Link zu Waldorf 100

Sie finden uns auch auf facebook

Kontakt Schule

Freie Waldorfschule Heidelberg
Mittelgewannweg 16
69123 Heidelberg

Sekretariat Schule

Ina Kähler / Fernanda Räpple
In der Schulzeit von 7:45-12:00 Uhr und nach Verabredung

Telefon: (0 62 21) 82 01 - 0
Telefax: (0 62 21) 82 01 - 99

Kontakt Kindertagesstätte

Kindertagesstätte an der Freien Waldorfschule Heidelberg
Mittelgewannweg 16
69123 Heidelberg

Büro/Leitung KiTa

Anna Kollhoff
Von 7:45-12:00 Uhr
und nach Verabredung

Telefon: (0 62 21) 82 01 - 23
Telefax: (0 62 21) 82 01 - 99