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Klassenspiele - Theater an der Waldorfschule


Wozu all dies Theater?

KlassenspielWenn man die Klassenspielaufführungen in den Waldorfschulen besucht, ist immer wieder zu erleben, dass es sich bei diesen Aufführungen um zentrale Ereignisse für die ganze Schulgemeinschaft handelt. Dabei wird die soziale Bedeutung solcher Aufführungen von den meisten gar nicht bewusst erlebt, doch ist sie immer wirksam! Neben vielen anderen Festen im Jahreslauf, wie etwa Einschulungsfeiern, Bazar, Weihnachtssingen, finden sich auch hier junge und alte Menschen, Eltern, Großeltern, Freunde und vor allem immer wieder Ehemalige zusammen und wenden ihr Interesse, ihr Mit-Erleben, Mit-Empfinden gemeinsam derselben Sache zu. Das allein wirkt schon gemeinschaftsbildend, scheint eine „Hülle des gemeinsamen Wollens“ um die Schule zu legen.

Neben dieser nicht zu unterschätzenden „umfassenden Sozialgebärde“ für die Schulgemeinschaft ist die soziale Bedeutung für die Klassengemeinschaft naturgemäß eine wesentlich intensivere: Die Aufführungen gelingen nur, wenn sie von allen Schülern als Gemeinschaftsleistung erlebt und gewollt werden! Jeder muss seine Aufgabe zuverlässig erfüllen, damit ein „Gesamtkunstwerk“ gelingen kann. In dieses müssen sich allerdings nicht nur die verschiedenen an ihm mitwirkenden Menschen verlässlich einbringen, sondern es kann obendrein nur realisiert werden, wenn sich durch das Ineinanderwirken der unterschiedlichsten Unterrichtsfächer ein Ganzes bildet: Kostüme – Handarbeitsunterricht, Kulissenbau und Plakatentwürfe – Malen/Werken, musikalische Begleitung – Musik, Bewegungselemente – Eurythmie, Sport, Artistik, Programmheft-Gestaltung – Graphik/PC-Design.

Was lernt nun der einzelne Schüler durch die Gestaltung seiner Rolle?

KlassenspielDie Schüler müssen lernen, in eine andere Haut zu schlüpfen, d.h.: die Sprachmelodie, die Art und Weise des Auftretens, Gangart, Kopfhaltung, den für die Person typischen Blick, ihre antipathischen und sympathischen Eigenarten durch den Text hindurch aufzuspüren und im nächsten Schritt diese Einzelelemente zu dem Charakter der Rolle zu verdichten. Das verlangt die Fähigkeit „von sich loslassen zu können“ und sich ganz dem anderen zu Verfügung stellen zu können. Es muss ihm gelingen, über den Umweg vielfältiger Wahrnehmungs-, Sprach- und Bewegungsübungen, die jedem Satz zugrunde liegende seelische Empfindung so echt zu erleben, dass sie die passende Gebärde hervorruft. Das dramatische Prinzip besteht ja gerade in dieser Verwandlungsfähigkeit, in diesem „Ein-ganz-anderer-Sein“. Nichts wirkt enttäuschender auf der Bühne, als ein Schauspieler, der nur sich selbst spielt.

Wandlung ist gefragt! Um- und Verwandlung auf allen Ebenen!

KlassenspielIn diesem sozialen Lernprozess des Einlebens in eine Rolle wird indirekt die Fähigkeit geübt, den eigenen Standpunkt, zumindest zeitweise, aufzugeben, sich in andere Personen empathisch hineinzuversetzen und diese sogar in ihren Eigenheiten „lieben zu lernen“. Werden hier nicht Fähigkeiten gefordert und entwickelt deren Beherrschung vielleicht zur Lösung mancher unserer gegenwärtigen sozialen Aufgabenstellungen beitragen können?!

Ist nun also „das ganze Theater“ – um zu meiner eingangs gestellten Frage zurückzukommen – sinnvoll, d.h. von „Sinn erfüllt“? Vielleicht finden Sie meine Antwort während eines der nächsten Klassenspiel-Aufführungen bestätigt. Die Schauspieler freuen sich über jeden Gast!

Ellen Fischer

Kompetenzen entwickeln


Wenn Theater Schule macht

Darstellendes Spiel wird 2010 bundesweit Abi-Prüfungsfach

27.12.2009 (ht). Seit zwei Jahren ist das Darstellende Spiel als Prüfungsfach für das Abitur zugelassen ... Eine Aufwertung, hinter der die Einsicht steckt, dass Theaterspiel für die heutige Zeit wichtige Bildungsprozesse in Gang setzt. Doch das Theater kann noch mehr: Es verändert Schulen von innen.

"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." Schillers geflügeltes Wort muss oft herhalten, wenn es ums Darstellende Spiel geht. Indes tritt das Fach immer mehr aus seiner Randexistenz in der Schule heraus. Seit zwei Jahren ist es Abitur-Prüfungsfach. Laut Experten enthält das Medium Theater viele Elemente einer zeitgemäßen Bildung. Und es besitzt noch einen Vorzug: Es verändert Schulen von innen.

Wer sich heute ein Bild vom Schultheater machen will, muss mit alten Vorstellungen brechen. Die Zeit, in denen Klassiker schlicht per Kulisse und Klamotte im Modus des Laienspiels über die Rampen der Schulaulen gingen, ist passé. Gespielt werden oft mitreißend moderne Inszenierungen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Viele Kinder- und Jugendtheater machen vor, wie aktuelle Themen und zeitgemäße Ästhetik sich verbinden lassen. Das wirkt sich aus. Viele Bundesländer pflegen Förderprogramme für Theater an der Schule. Zudem protegieren Projekte wie "Kinder zum Olymp" die Kooperation der Hochkultur mit Schulen vor Ort. So ist der generelle Transfer aktueller Bühnenkunst in die Köpfe der Schüler immens. Selbst "Theater heute", das führende Magazin der Profis, attestierte dem Schultheater anerkennend eine neue Qualität.

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Quelle: bildungsklick.de