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Das ist Eurythmie


Eurythmie ist eine Bewegungskunst

Eurythmie-UnterrichtEurythmie ist eine Bewegungskunst, welche Rudolf Steiner 1912 entwickelte und wurde 1919 als zentrales Fach im Lehrplan der ersten Waldorfschule aufgenommen wurde.

Sowohl der Lehrplan, wie auch die Art des Unterrichtens in den Waldorfschulen fördert die Entwicklung des Kindes und Jugendlichen darin, ein freier und verantwortungsvoll handelnder Mensch zu werden.

Welche Aufgabe hat dabei die Eurythmie? In der Bewegung wird menschlicher Wille wirksam. Wenn ich etwas will – z. Bsp. ein Buch aus dem Regal nehmen, muss ich mich dabei in Bewegung setzten, sonst bleibt mein Vorhaben Wunsch oder Absicht. Heute ist das Bewegen auf ein Minimum reduziert, wir verarmen diesbezüglich mit wachsendem technologischem Fortschritt. Man kann die Frage haben, welche Folgen und Auswirkungen abzusehen sind in der Gegenwart und in der Zukunft. Eine Willensschwäche, ja sogar Willenslähmung durchzieht mehr und mehr unsere hoch zivilisierte Welt.

Die Eurythmie ist nicht nur Bewegung, sondern eine darstellende Kunst. Jede Kunst – im Gegensatz zum Handwerk – ist zweckfrei; ich kann es auch lassen. Zum einen heißt das, dass ich dort noch viel mehr Willen aufbringen muss, um etwas darzustellen, zu üben oder zum Erklingen zu bringen. Zum anderen ist diese Kunst materiell nicht messbar oder greifbar und steht nicht in einem lebensnotwendigen Verhältnis zum Menschen. Die Kunst vermittelt Schönheit, mit der sie unsere Seele nährt. Seelennahrung ist es, was wir heute im höchsten Maße brauchen!

Nicht der Gewinn, der Erfolg, der Ehrgeiz regen mich in der Eurythmie zum Bewegen an – kein äußerer Anlass zwingt mich in der Kunst zum Handeln. Ein Willenseinsatz aus innerster Seele wird Handlungsimpuls.

Die Elemente der Sprache und Musik – Konsonanten, Vokale, Takt, Versmaß, Rhythmus, Melos und Vieles mehr – erscheinen durch Eurythmie als sichtbare Sprache und sichtbarer Gesang in Bewegungen am Menschen und in Menschengruppen.
Musik und Sprache sind urmenschliche Tätigkeiten und tief innerseelischer Ausdruck, welcher durch die eurythmische Bewegung in die Sichtbarkeit übergeführt wird. Bei jedem Zuhören und selber Sprechen und Singen sind im gesamten Organismus feine Bewegungen stets vorhanden, die bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Jeder Ton, jeder Laut hat eine andere Schwingung und somit in der Eurythmie auch jeweils eine andere Bewegung. Wir greifen mit unserem physischen Leib etwas auf und setzen es in der Bewegung in Zeit und Raum um, was universeller Herkunft ist, so wie wir letztlich auch.

Eurythmie-UnterrichtDieses unbewusste – und später mehr und mehr wachbewußte Erleben, „Im eurythmischen Bewegen bin ich authentisch mit mir und der Welt“, stärkt und kräftigt mein Menschsein und selbstverständlich den Willen, meine Urteilsfähigkeit, mein Gespür für Wahres. In diesem Sinne ist es ein zentrales Fach in der Waldorfschule, da es den „ganzen Menschen“ berührt, bewegt und erzieht.

Helene Kilders

Kurz gefasst


Begriffsdefinition

Die Eurythmie (von altgr. εὖ (gut, richtig) und ῥυθμὀς , etwa „Gleich- und Ebenmaß in der Bewegung" oder „schöne Bewegung") ist eine expressive Tanzkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts (zwischen 1908 und 1925) in Deutschland und der Schweiz auf Anregung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, entstand. Äußerlich ähnelt sie entfernt dem klassischen Ballett, sie wird aber im Allgemeinen weniger artistisch und körperbetont inszeniert. Eurythmie wird als eigenständige Darstellende Kunst, aber auch als Teil von Bühneninszenierungen betrieben. Kombiniert mit alternativmedizinischem Fachwissen wird sie von Anthroposophen auch therapeutisch angewendet. An Waldorfschulen ist Eurythmie ein reguläres Pflichtfach. In Deutschland besteht seit dem Jahr 2006 auf der Alanus Hochschule in Alfter ein offizieller, international akkreditierter akademischer Lehrstuhl für Eurythmie.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eurythmie